Das Google Unternehmensprofil ist der schnellste Hebel, den kleine Betriebe haben. Es kostet nichts, es dauert ein paar Stunden, und es zeigt oft nach zwei bis vier Wochen Wirkung.
Trotzdem ist es bei den meisten Betrieben in unserer Region nicht sauber gepflegt. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil niemand weiß, welche der vielen Einstellungen tatsächlich zählen. Hier sind die sieben Fehler, die wir am häufigsten finden, in der Reihenfolge ihrer Bedeutung.
Fehler 1, die primäre Kategorie ist zu allgemein
Das ist mit Abstand der größte Einzelfaktor und gleichzeitig der häufigste Fehler.
Ein Betrieb, der überwiegend Bäder saniert, steht als "Bauunternehmen" drin. Damit konkurriert er mit Rohbaufirmen und taucht bei der Suche nach "Badsanierung" gar nicht auf. Eine Praxis führt "Arzt" statt der konkreten Fachrichtung.
Die primäre Kategorie sollte so genau wie möglich beschreiben, womit Sie den Großteil Ihres Geldes verdienen. Sekundäre Kategorien decken den Rest ab, wirken aber deutlich schwächer. Mehr als fünf bringen nichts und verwässern eher.
Wenn Sie nur eine Sache aus diesem Text mitnehmen, dann diese.
Fehler 2, keine Leistungen eingetragen
Im Profil gibt es einen eigenen Bereich für einzelne Leistungen. Fast niemand füllt ihn aus.
Dabei sucht ein Teil der Nutzer genau danach: "Rohrreinigung", "Wartung Gastherme", "Erstberatung Arbeitsrecht", "professionelle Zahnreinigung". Jede eingetragene Leistung ist ein zusätzlicher Anknüpfungspunkt und kostet Sie zwei Minuten.
Nehmen Sie die zehn bis fünfzehn Dinge, die Sie tatsächlich am häufigsten machen, und tragen Sie sie einzeln ein. Nicht als Fließtext in der Beschreibung, sondern im dafür vorgesehenen Feld.
Fehler 3, das Servicegebiet ist falsch gesetzt
Hier gibt es zwei Extreme, und beide funktionieren nicht.
Entweder ist gar nichts hinterlegt. Dann geht Google davon aus, dass Sie nur direkt am eigenen Standort arbeiten. Für einen Betrieb aus Meckenheim, der die halbe Voreifel bedient, ist das eine unnötige Selbstbeschränkung.
Oder es ist halb Nordrhein-Westfalen eingetragen. Das wird weitgehend ignoriert, weil praktisch jeder das macht.
Sinnvoll ist ein Gebiet, das Ihrer Arbeitsrealität entspricht. Für einen Betrieb aus Meckenheim sind das typischerweise Rheinbach, Swisttal, Wachtberg, Alfter, Bonn und je nach Gewerk noch Bad Münstereifel oder Euskirchen. Nicht Köln, nicht Düsseldorf.
Fehler 4, drei Fotos vom Firmenschild
Fotos wirken auf zwei Ebenen. Sie beeinflussen, ob jemand überhaupt klickt, und sie sind ein Signal dafür, dass das Profil lebt.
Ein Eintrag, dem seit vier Jahren kein Bild hinzugefügt wurde, wirkt tot. Und Fotos sind der einzige Teil des Profils, den man ohne jedes Fachwissen verbessern kann.
Was funktioniert: Außenansicht, Innenansicht, Team, Fahrzeuge, abgeschlossene Arbeiten, Vorher und Nachher. Handyfotos bei Tageslicht reichen völlig. Wichtiger als Perfektion ist Regelmäßigkeit. Einmal im Monat zwei Bilder hochladen genügt.
Fehler 5, auf Bewertungen antwortet niemand
Auch nicht auf die guten. Dabei ist eine Antwort auf eine Fünf-Sterne-Bewertung in dreißig Sekunden geschrieben und zeigt jedem späteren Leser, dass hier jemand aufpasst.
Bei negativen Bewertungen entscheidet die Antwort darüber, wie ein Fremder die Sache einordnet. Sachlich bleiben, nicht rechtfertigen, ein Angebot zur Klärung machen. Sie schreiben nicht für den Verfasser, sondern für die zwanzig Leute, die das in den nächsten Monaten lesen.
Zur Menge: Wichtiger als die Gesamtzahl ist die Aktualität. Ein Profil mit sechzig Bewertungen, von denen die letzte drei Jahre alt ist, wirkt schwächer als eines mit achtzehn aus diesem Jahr.
Und ganz klar: nicht kaufen. Google erkennt das inzwischen gut, und die Strafe reicht bis zur Sperrung.
Fehler 6, doppelte oder verwaiste Profile
Das passiert häufiger, als man denkt, besonders nach einem Umzug oder einer Umfirmierung. Es existiert ein altes Profil mit der alten Adresse, und niemand weiß mehr, auf welchem Konto es liegt.
Das Problem: Ihre Bewertungen verteilen sich auf zwei Einträge, und beide sind dadurch schwächer. Außerdem bekommen Kunden gelegentlich die falsche Adresse angezeigt.
Es lohnt sich, einmal gezielt nach dem eigenen Firmennamen zu suchen und zu schauen, ob mehr als ein Eintrag auftaucht. Zusammenführen ist möglich, dauert aber und braucht Belege.
Fehler 7, die Firmendaten weichen voneinander ab
Der unscheinbarste Punkt und einer der wirksamsten. Name, Adresse und Telefonnummer müssen überall identisch geschrieben sein: im Profil, auf der Website, in Branchenverzeichnissen, bei der Kammer, in den sozialen Netzwerken.
Identisch heißt wirklich identisch. Wenn im Profil "Mozartstraße 53" steht, auf der Website "Mozartstr. 53" und in einem Verzeichnis noch die Adresse von vor dem Umzug, verwässert das Ihre Signale.
Das durchzugehen ist stumpfe Arbeit und bringt erstaunlich viel. Zwanzig konsistente Einträge sind mehr wert als zweihundert automatisch verteilte.
Was das im Alltag bedeutet
Alle sieben Punkte zusammen kosten zwei bis vier Stunden. Das ist der Grund, warum wir bei fast jedem Betrieb hier anfangen: Der Aufwand ist überschaubar und man sieht relativ schnell, ob sich etwas bewegt.
Danach kommt die Website dran, und das dauert länger. Aber es ist deutlich angenehmer, diese Monate zu überbrücken, wenn beim Profil schon etwas passiert ist.
Wie wir dabei vorgehen, steht unter Google Unternehmensprofil. Wenn Sie wollen, dass jemand einmal draufschaut: zwanzig Minuten, kostenlos.