Linkaufbau ohne gekaufte Backlinks

Ein Backlink ist ein Link von einer fremden Website auf Ihre. Für Google ist er eine Art Empfehlung: Wenn eine andere Seite auf Sie verweist, spricht das dafür, dass es bei Ihnen etwas zu holen gibt. Das war eine der ersten Ideen, auf denen die Suchmaschine überhaupt gebaut wurde, und sie zählt bis heute.

Weil das so ist, hat sich ein ganzer Markt entwickelt, auf dem Links gehandelt werden. Sie bekommen Angebote per Mail, in denen Ihnen fünfzig Backlinks für zweihundert Euro versprochen werden. Davon raten wir ab, und in diesem Text steht, warum, und was stattdessen funktioniert.

Wie viele Links braucht ein lokaler Betrieb wirklich

Das ist die wichtigste Frage, und die Antwort überrascht die meisten: erstaunlich wenige.

Der Grund liegt in der Art der Suchanfragen. Wenn jemand in Meckenheim nach einem Sanitärbetrieb sucht, entscheidet Google in erster Linie über Entfernung, Relevanz und die Signale aus dem Google Unternehmensprofil. Links spielen eine Rolle, aber sie sind nicht der Hauptfaktor. Bei einer bundesweiten Suche nach einem Produkt sieht das völlig anders aus, dort ist die Linklandschaft oft das entscheidende Kriterium.

Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder eine Kanzlei in unserer Region reichen in der Regel zwanzig bis vierzig saubere Erwähnungen aus, die über Jahre wachsen. Das ist keine Zahl, die man erkaufen muss. Das ist etwas, das entsteht, wenn man ein paar Dinge systematisch macht.

Wir sagen das so deutlich, weil hier viel Geld verbrannt wird. Betriebe kaufen Linkpakete, weil ihnen jemand erzählt hat, Links seien das Wichtigste, während gleichzeitig ihr Google-Profil seit vier Jahren nicht angefasst wurde. Das ist, als würde man ein Dach decken, bevor das Fundament steht.

Warum gekaufte Backlinks ein schlechtes Geschäft sind

Es gibt drei Gründe, und sie sind unterschiedlich schwerwiegend.

Der erste ist das Risiko. Der Kauf von Links verstößt gegen Googles Richtlinien. Die Folge kann eine manuelle Maßnahme sein, also eine aktive Abwertung Ihrer Website. Das passiert nicht bei jedem und nicht sofort, aber wenn es passiert, verlieren Sie Sichtbarkeit, die Sie über Jahre aufgebaut haben, und der Weg zurück dauert Monate. Für einen Betrieb, dessen Aufträge zum Teil über Google kommen, ist das ein Risiko, das in keinem Verhältnis zum möglichen Gewinn steht.

Der zweite ist die Wirkungslosigkeit. Die Netzwerke, aus denen billige Links stammen, sind Google seit Jahren bekannt. Ein Link aus einem Verzeichnis, das aus zehntausend zusammenkopierten Einträgen besteht, wird schlicht ignoriert. Sie bezahlen dann für etwas, das gar nicht ankommt.

Der dritte ist der schleichende. Wer Links kauft, hört meistens nicht auf. Es entsteht ein laufender Posten, der monatlich abgeht, ohne dass jemand nachprüft, ob er etwas bringt. Dieses Geld fehlt an der Stelle, wo es tatsächlich wirken würde.

Was stattdessen funktioniert

Verzeichnisse, aber die richtigen

Nicht zweihundert automatisch verteilte Einträge, sondern zwanzig, die jemand tatsächlich pflegt. Dazu gehören die großen Branchenverzeichnisse, das Kartenverzeichnis von Bing, die Verzeichnisse der Kammern und Innungen und, je nach Branche, ein bis zwei Fachportale.

Der Wert liegt weniger im Link selbst als in der Konsistenz. Wenn Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch geschrieben sind, festigt das Ihre Zuordnung zu einem Ort. Das ist einer der Faktoren, die im lokalen Bereich messbar wirken. Identisch heißt dabei wirklich identisch, bis zur Schreibweise der Straße und dem Format der Telefonnummer.

Mitgliedschaften, die Sie ohnehin haben

Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Innung, Berufsverband, Einkaufsgenossenschaft, Netzwerke wie ein örtlicher Gewerbeverein. Fast jeder Betrieb ist irgendwo Mitglied, und fast jede dieser Organisationen führt ein Mitgliederverzeichnis im Netz.

Erstaunlich oft steht dort entweder gar keine Website oder noch die Adresse von vor zwei Relaunches. Das durchzugehen kostet ein paar Stunden und bringt Links von Seiten, die Google als seriös einordnet. Das ist die unspektakulärste und zugleich lohnendste Arbeit in diesem Bereich.

Lieferanten, Partner und Hersteller

Viele Betriebe arbeiten mit Herstellern, die Händler- oder Partnerverzeichnisse führen. Ein Heizungsbauer, der eine bestimmte Marke verbaut, steht möglicherweise auf deren Fachpartnerseite, oft ohne es zu wissen oder ohne dass die Angaben stimmen.

Dasselbe gilt für Kooperationen in beide Richtungen. Wenn Sie regelmäßig mit einem Elektriker, einem Statiker oder einem Steuerberater zusammenarbeiten, ist eine gegenseitige Erwähnung auf den Partnerseiten naheliegend und völlig unauffällig, solange sie einen echten Hintergrund hat.

Örtliche Presse und Vereine

Der Bericht im Lokalblatt über die neue Halle, das Sponsoring beim Fußballverein, die Ausbildungsmesse, das Jubiläum. All das landet häufig auf Websites, die in der Region Gewicht haben.

Das ist kein Linkaufbau im engeren Sinne, sondern ein Nebeneffekt davon, dass ein Betrieb im Ort präsent ist. Man kann ihn aber gezielt mitnehmen, indem man bei solchen Anlässen daran denkt, die Website zu erwähnen und um eine Verlinkung zu bitten.

Eigene Inhalte, auf die jemand verweisen kann

Der langsamste Weg und der einzige, der von selbst weiterläuft. Wenn Sie eine Seite haben, die eine Frage in Ihrer Branche besser beantwortet als alles andere im Netz, wird irgendwann jemand darauf verlinken. In einem Forum, in einem Blogbeitrag, in einer Facebook-Gruppe.

Das funktioniert bei praktischen Themen erstaunlich gut. Eine Übersicht über Fördermittel für Heizungstausch in Nordrhein-Westfalen, eine ehrliche Kostenaufstellung, eine Checkliste für einen Ablauf, den viele nicht kennen. Solche Seiten sammeln über Jahre Verweise ein, ohne dass jemand danach fragen muss.

Bewertungen als Nebeneffekt

Bewertungen sind streng genommen kein Linkaufbau, wirken im lokalen Bereich aber in dieselbe Richtung. Sie zeigen Google, dass es Ihr Unternehmen wirklich gibt und dass Menschen damit zu tun haben.

Der Zusammenhang ist einfacher, als er klingt: Ein Betrieb mit dreißig aktuellen Bewertungen wird häufiger genannt, häufiger verlinkt und häufiger empfohlen als einer mit vier aus dem Jahr 2021. Wer ohnehin systematisch nach Bewertungen fragt, baut damit nebenbei die Grundlage für alles Weitere.

Was wir konkret machen

Zuerst schauen wir uns an, was schon da ist. Es gibt Werkzeuge, mit denen sich die vorhandenen Verweise auf eine Website recht gut abbilden lassen. Häufig finden sich dabei drei Dinge: Einträge, von denen niemand mehr wusste, falsche Adressdaten aus der Zeit vor einem Umzug und gelegentlich Reste aus einer früheren Zusammenarbeit mit einem Anbieter, der es nicht so genau genommen hat.

Danach wird aufgeräumt und ergänzt. Falsche Daten korrigieren, fehlende Einträge anlegen, Mitgliedschaften durchgehen, Partnerverzeichnisse prüfen. Das ist Fleißarbeit und verteilt sich über mehrere Monate, weil manche Verzeichnisse Bearbeitungszeit brauchen.

Wenn wir dabei auf problematische Altlasten stoßen, also Links aus offensichtlichen Netzwerken, besprechen wir das. In den meisten Fällen ist Ignorieren die richtige Antwort, weil Google solche Links ohnehin nicht wertet. Nur in seltenen Fällen ist ein Entwertungsantrag sinnvoll, und den stellt man nicht auf Verdacht.

Im Light-Paket läuft diese Arbeit als laufender Posten mit. Sie ist nicht der Schwerpunkt, weil bei lokalen Betrieben andere Hebel stärker wirken, aber sie gehört dazu.

Ein Wort zu Verzeichnissen, die Geld kosten

Fast jeder Betrieb bekommt regelmäßig Rechnungen oder Angebote von Portalen, die einen Premiumeintrag verkaufen. Manche davon sind seriös, andere arbeiten mit Formularen, die wie Rechnungen aussehen.

Unsere Empfehlung: Prüfen Sie vor jeder Verlängerung, wie viele Anfragen tatsächlich von dort kamen. Das lässt sich meistens beantworten, indem man einmal drei Monate lang jeden Anrufer fragt, wie er auf Sie gekommen ist. In den allermeisten Fällen kommt heraus, dass die kostenlosen Grundeinträge denselben Effekt haben wie die bezahlten.

Die Ausnahme sind Fachportale mit echter Reichweite in Ihrer Branche. Ein Handwerkerportal, über das tatsächlich Aufträge vermittelt werden, ist eine Vertriebsentscheidung und keine SEO-Frage. Auch dann sollte man nachrechnen, aber nach anderen Maßstäben.

Was wir nicht machen

Wir kaufen keine Links, weder einzeln noch als Paket. Wir betreiben keine eigenen Netzwerke aus Websites, die nur dazu da sind, aufeinander zu verlinken. Wir beteiligen uns nicht an Linktauschringen. Und wir schreiben keine Gastbeiträge für Portale, die inhaltlich niemanden interessieren.

Das kostet uns gelegentlich einen Auftrag, weil jemand mit der Vorstellung kommt, es müssten jetzt fünfzig Links her. Damit können wir leben.

Häufige Fragen zum Linkaufbau

Mein Wettbewerber hat viel mehr Backlinks. Ist das ein Problem?

Meistens nicht so, wie man denkt. Schauen Sie sich an, woher die Links kommen. Wenn es dreihundert aus austauschbaren Verzeichnissen sind, ist das weniger wert als Ihre zwanzig aus Kammer, Innung und Lokalpresse. Qualität schlägt Menge in diesem Bereich deutlich.

Ich bekomme ständig Angebote per Mail. Was ist davon zu halten?

Nichts. Seriöse Anbieter akquirieren nicht per Massenmail. Wer Ihnen unaufgefordert Backlinks verkauft, verkauft in aller Regel genau das, was Google ignoriert oder bestraft.

Wie lange dauert es, bis Links wirken?

Ein einzelner Link zeigt selten eine sichtbare Wirkung. Der Effekt entsteht über die Summe und über die Zeit, realistisch über sechs bis zwölf Monate. Deshalb fängt man früh damit an und erwartet nicht, dass sich im nächsten Monat etwas bewegt.

Zählt ein Link aus sozialen Netzwerken?

Als klassischer Rankingfaktor kaum, weil solche Links technisch meist entwertet sind. Trotzdem sind sie nicht wertlos: Sie bringen Besucher, sie machen Inhalte sichtbar, und sichtbare Inhalte werden eher von anderen verlinkt.

Kann ich das selbst machen?

Den größten Teil ja. Mitgliedschaften durchgehen, Verzeichnisdaten korrigieren, bei Herstellern nachfragen. Das ist keine Spezialdisziplin, sondern Ausdauer. Wir übernehmen es, weil es im Betriebsalltag sonst nie passiert.

Bereit für mehr Sichtbarkeit?

Wir schauen uns Website und Google-Profil an und sagen, wo der größte Hebel liegt. SEO muss nicht kompliziert sein. Zwanzig Minuten, dann wissen Sie mehr.