Wer im Industriepark Meckenheim-Merl unterwegs ist oder durch die Gewerbegebiete Richtung Rheinbach fährt, sieht eine Menge Betriebe, die seit Jahrzehnten solide arbeiten. Volle Auftragsbücher, feste Kundschaft, guter Ruf. Und wenn man denselben Betrieb bei Google sucht, findet man entweder gar nichts oder eine Website, die zuletzt 2016 angefasst wurde.
Lange war das kein Problem. Das Geschäft lief über Empfehlung, und Empfehlung funktioniert im Rheinland gut. Das Problem entsteht erst mit der Zeit: Der Bauleiter, der immer angerufen hat, geht in Rente. Der Nachfolger googelt. Und dann steht da jemand anderes.
Was sich in der Suche verändert hat
Die entscheidende Verschiebung ist nicht, dass Menschen googeln. Das tun sie seit zwanzig Jahren. Die Verschiebung ist, dass sie es am Handy tun und dabei fast nie den Ortsnamen mittippen.
Wer einen Elektriker braucht, sucht "Elektriker" und bekommt Ergebnisse aus dem Umkreis. Google ergänzt den Standort aus dem Gerät. Für Sie bedeutet das: Ihre Sichtbarkeit hängt an Signalen, die zum Teil gar nicht auf Ihrer Website liegen, sondern im Google Unternehmensprofil, in Verzeichniseinträgen und in Bewertungen.
Dazu kommt, dass der Kartenbereich mit den drei Einträgen ganz oben einen erheblichen Teil der Klicks abgreift. Wer dort steht, wird angerufen, oft ohne dass die Website überhaupt geöffnet wird.
Die drei Fehler, die wir am häufigsten sehen
Das Google-Profil ist angelegt, aber tot
Bei den meisten Betrieben existiert ein Eintrag, weil ihn irgendwann jemand bestätigt hat. Danach ist nichts mehr passiert. Die primäre Kategorie steht auf etwas Allgemeinem wie "Bauunternehmen", obwohl der Betrieb überwiegend Bäder saniert. Leistungen sind nicht eingetragen. Fotos stammen vom Firmenschild. Auf Bewertungen antwortet niemand.
Die Kategorie ist dabei der größte Einzelhebel. Wer als "Bauunternehmen" geführt wird, konkurriert mit Rohbaufirmen und taucht bei "Badsanierung Meckenheim" nicht auf.
Die Website nennt den eigenen Ort nirgends
Klingt absurd, ist aber der Normalfall. Der Ortsname steht im Impressum und sonst nirgendwo. Im Fließtext ist von "der Region" und "dem Großraum" die Rede.
Google ordnet Sie damit keinem Ort zu. Wenn jemand aus Rheinbach sucht, ist unklar, ob Sie dort überhaupt arbeiten. Ein paar Sätze darüber, in welchen Orten Sie tatsächlich Aufträge haben, verändern das mehr, als man denkt.
Eine Seite für alles
Es gibt eine Seite namens "Leistungen", darauf fünf Absätze für fünf verschiedene Gewerke. Jeder dieser Absätze hat vielleicht achtzig Wörter.
Fünf eigene Seiten mit je 1.000 Wörtern wären deutlich stärker. Nicht weil Länge an sich zählt, sondern weil eine Seite mit achtzig Wörtern keine Frage vollständig beantwortet und deshalb gegen jede Seite verliert, die es tut.
Was in dieser Region besonders ist
Der Rhein-Sieg-Kreis und die angrenzende Voreifel haben eine Eigenheit, die für die Suche relevant ist: Die Orte liegen dicht beieinander und die Einzugsgebiete überlappen stark.
Ein Betrieb aus Meckenheim arbeitet regelmäßig in Rheinbach, Swisttal, Wachtberg und Bonn. Für Google sind das vier verschiedene Räume, für den Betrieb ist es ein Arbeitstag. Wer das auf der Website abbildet, also für die wichtigsten Orte eigene Seiten mit echtem Inhalt anlegt, holt sich Sichtbarkeit, die sonst beim Wettbewerber landet.
Wichtig ist dabei das Wort echt. Zwölf Seiten, bei denen nur der Ortsname getauscht wurde, erkennt Google seit Jahren zuverlässig und wertet sie ab. Vier gute Seiten schlagen zwölf dünne deutlich.
Der zweite Punkt ist der Wettbewerb, und der ist eine gute Nachricht. In Bonn kämpfen Sie bei jedem Suchbegriff gegen zwanzig bis fünfzig Anbieter. In Rheinbach, Swisttal oder im Kreis Euskirchen sind es oft drei bis sechs, von denen die Hälfte im Netz kaum stattfindet. Wer dort jetzt anfängt, hat einen Vorsprung, den man nur schwer wieder einholt.
Womit man anfängt
Die Reihenfolge ist bei fast jedem Handwerksbetrieb dieselbe.
Zuerst das Google Unternehmensprofil. Kategorien, Leistungen, Servicegebiet, Fotos, Bewertungen. Das kostet zwei bis vier Stunden Detailarbeit und zeigt oft nach zwei bis vier Wochen Bewegung. Wie das im Einzelnen aussieht, steht unter Google Unternehmensprofil.
Dann die Technik. Vor allem die Frage, wie schnell die Seite auf dem Handy lädt. Wer im Gewerbegebiet oder auf der Baustelle sucht, hat selten volle Netzabdeckung, und eine Seite, die sechs Sekunden braucht, verliert die Hälfte der Besucher.
Dann die Inhalte. Für jede Leistung eine eigene Seite, die die Frage vollständig beantwortet, mit echten Zahlen und Beispielen. Das dauert am längsten und bringt auf Sicht am meisten.
Was das kostet und was nicht
Ein Handwerksbetrieb mit einem Standort braucht kein vierstelliges Monatsbudget. Was er braucht, ist Kontinuität. Über zwölf Monate summieren sich kleine Schritte zu einem Ergebnis, das man im Einzelmonat nicht sieht.
Rechnen Sie es an Ihrem Auftragswert nach. Wenn zwei zusätzliche Aufträge im Jahr entstehen und ein Auftrag vierstellig ist, ist die Frage beantwortet. Wenn Sie ohnehin an der Kapazitätsgrenze arbeiten, ist die ehrliche Antwort, dass Sie erst einmal jemanden einstellen sollten. Was bei uns was kostet, steht unter Preise.
Wenn Sie wissen wollen, wo Ihr Betrieb gerade steht: ein Anruf, zwanzig Minuten, kostenlose Einschätzung.