Wenn Sie drei Angebote für Suchmaschinenoptimierung einholen, bekommen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit 99 Euro, 890 Euro und 2.400 Euro im Monat. Für dasselbe Ziel, dieselbe Website, denselben Ort.
Das ist für jeden Betrieb verwirrend, und es ist der Hauptgrund, warum viele die Sache gar nicht erst anfangen. Deshalb hier eine Aufschlüsselung, wofür das Geld in den verschiedenen Preisklassen tatsächlich draufgeht.
Warum die Spanne so groß ist
SEO ist kein Produkt mit definiertem Umfang. Es ist eine Sammlung von Tätigkeiten, die man in unterschiedlicher Tiefe machen kann. Zwei Anbieter können beide ehrlich behaupten, dass sie Suchmaschinenoptimierung anbieten, und trotzdem völlig verschiedene Dinge tun.
Dazu kommt: Ein großer Teil des Preises hat nichts mit der Arbeit an Ihrer Website zu tun. Bei einer klassischen Agentur zahlen Sie Account-Management, Strategieebene, Projektsteuerung, Lizenzen für Reporting-Software und die anteiligen Kosten für Räume und Vertrieb. Das ist keine Abzocke, das ist die Struktur, die eine Agentur mit dreißig Leuten nun einmal hat. Es bedeutet nur, dass ein spürbarer Anteil Ihres Budgets nicht in die Optimierung fließt.
Was Sie in welcher Preisklasse bekommen
Unter 100 Euro im Monat
In dieser Klasse findet in aller Regel keine manuelle Arbeit statt. Was Sie bekommen, ist ein automatisch erzeugter Bericht, ein paar automatisch verteilte Verzeichniseinträge und einmal im Quartal eine Mail.
Das ist kein Betrug. Es ist schlicht das, was für den Preis machbar ist. Zwei Stunden qualifizierte Arbeit kosten mehr als das gesamte Monatsbudget.
Wenn Sie in dieser Klasse etwas kaufen, kaufen Sie das Gefühl, etwas zu tun. Für das Geld wären Sie besser bedient, wenn Sie Ihr Google-Profil einmal selbst gründlich aufräumen.
100 bis 400 Euro im Monat
Hier wird es interessant, wenn der Anbieter den Umfang klar begrenzt. In dieser Klasse ist kontinuierliche Arbeit in kleinen Schritten möglich: Profilpflege, technische Kontrolle, im Lauf der Zeit neue Seiten, Aufräumen bei Verzeichnissen.
Was nicht geht, sind aufwendige Projekte. Ein Relaunch, eine große Wettbewerbsanalyse oder ein Angriff auf einen hart umkämpften Suchbegriff in Bonn sind darin nicht enthalten.
Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder eine Kanzlei mit einem Standort ist das die Klasse, in der sich die Sache in aller Regel rechnet.
400 bis 1.500 Euro im Monat
Hier sind mehrere Standorte, umkämpfte Suchbegriffe und regelmäßige Inhalte drin. Sinnvoll, wenn Ihr Geschäft in einem Markt läuft, in dem ernsthaft Wettbewerb herrscht, also etwa in Bonn oder Köln.
Achten Sie in dieser Klasse besonders darauf, wie viel davon tatsächlich Umsetzung ist. Fragen Sie konkret, wie viele Stunden monatlich an Ihrem Projekt gearbeitet werden.
Über 1.500 Euro im Monat
Für Onlineshops, überregionale Anbieter und Unternehmen mit vielen Standorten. Für einen lokalen Betrieb in der Voreifel ist das in aller Regel nicht die richtige Größenordnung, egal wie gut die Präsentation war.
Was Sie fragen sollten
Vier Fragen, die jedes Angebot vergleichbar machen.
Wie viele Stunden fließen monatlich in die Umsetzung? Nicht in Beratung, Reporting oder Abstimmung, sondern in Arbeit an Ihrer Sichtbarkeit. Wer darauf nicht antworten will, hat einen Grund.
Wie lange ist die Laufzeit und was passiert danach? 24 Monate mit automatischer Verlängerung sichern das Risiko des Anbieters ab, nicht Ihres.
Auf wessen Konten laufen die Zugänge? Search Console, Analysewerkzeug und Google-Profil gehören Ihnen. Wenn ein Anbieter sie auf eigenen Konten führt, sind Sie beim Wechsel erpressbar.
Was passiert, wenn nach sechs Monaten nichts passiert ist? Eine gute Antwort beschreibt, wie man das analysiert. Eine schlechte erklärt, dass SEO eben Zeit braucht.
Die Rechnung, die wirklich zählt
Am Ende ist die Frage nicht, ob 129 oder 890 Euro viel Geld sind. Die Frage ist, was ein zusätzlicher Auftrag bei Ihnen wert ist.
Ein Sanitärbetrieb mit einem durchschnittlichen Auftragswert von 3.000 Euro braucht einen zusätzlichen Auftrag im Jahr, um ein Jahresbudget von 1.500 Euro zu decken. Eine Kanzlei mit einem Mandat, das über Jahre läuft, rechnet noch anders.
Umgekehrt: Wenn Ihr durchschnittlicher Auftrag bei 80 Euro liegt und Sie ohnehin ausgelastet sind, kann die richtige Antwort sein, gar nichts zu tun. Auch das sagen wir Leuten im Erstgespräch.
Und die Zeit
Ein Punkt, der bei der Kostenfrage regelmäßig untergeht: SEO ist eine Investition mit Vorlauf. Beim Google-Profil sehen Sie oft nach zwei bis vier Wochen Bewegung, bei der Website dauert es drei bis sechs Monate, in Bonn bei umkämpften Begriffen auch neun bis achtzehn.
Wer nach zwei Monaten aufhört, hat die Arbeit bezahlt und die Ernte verpasst. Deshalb ist die ehrlichste Empfehlung, mindestens sechs Monate einzuplanen. Ob man dafür einen Vertrag mit Mindestlaufzeit unterschreiben muss, ist eine ganz andere Frage. Wir finden nein.
Unsere eigenen Zahlen stehen offen unter Preise. Was in welchem Umfang enthalten ist, steht unter Ablauf.