Seit März ist für die meisten Betriebe in der Region nichts mehr, wie es war. Läden in Meckenheim und Rheinbach hatten wochenlang zu, Praxen arbeiten mit Terminvergabe, Restaurants verkaufen außer Haus. Und während sich drinnen alles geändert hat, steht draußen bei Google oft noch der Stand von Februar.
Das ist gerade jetzt ein echtes Problem. Wer wissen will, ob ein Geschäft offen hat, schaut nicht auf die Website, sondern auf den Google-Eintrag. Steht dort das Falsche, fährt jemand umsonst hin, und die nächste Bewertung schreibt sich von selbst.
Öffnungszeiten: die wichtigste Baustelle
Google hat für die aktuelle Lage eigene Werkzeuge nachgerüstet. In Google My Business lassen sich neben den regulären Zeiten jetzt Sonderöffnungszeiten pflegen, und genau die sollten Sie nutzen, statt die regulären Zeiten zu überschreiben.
Der Grund: Wenn das alles vorbei ist, wissen Sie sonst selbst nicht mehr, was vorher galt. Sonderzeiten liegen über den regulären und lassen sich mit einem Klick wieder entfernen.
Wichtig ist auch der Unterschied zwischen "vorübergehend geschlossen" und "dauerhaft geschlossen". Die Funktion für vorübergehende Schließung ist neu und harmlos, der Eintrag bleibt vollständig erhalten. Wer versehentlich "dauerhaft geschlossen" wählt, signalisiert Google und allen Suchenden das Ende des Betriebs. Das richtigzustellen dauert.
Abholung, Lieferung und die neuen Attribute
Google hat in den letzten Wochen Attribute ergänzt, mit denen Betriebe ihre aktuellen Leistungen kennzeichnen können: Abholung, Lieferung, Außer-Haus-Verkauf. Für Restaurants und Einzelhandel sind die Häkchen bares Geld wert, weil Google sie direkt in den Suchergebnissen anzeigt.
Ein Gastronom in Rheinbach, der auf Abholung umgestellt hat, sollte das also nicht nur auf ein Schild ins Fenster schreiben, sondern zuerst in den Eintrag. Dort sieht es jeder, der "Restaurant Rheinbach" sucht, bevor er überhaupt entscheidet, wo er anruft.
Beiträge: das unterschätzte Schwarze Brett
Google My Business hat eine Beitragsfunktion, die vor Corona kaum jemand genutzt hat. Jetzt gibt es dafür sogar einen eigenen Beitragstyp für Covid-Hinweise, der prominent im Eintrag angezeigt wird.
Das ist der richtige Ort für alles, was sich gerade laufend ändert: Terminvergabe, Maskenregeln, geänderte Abläufe, Liefergebiete. Ein Beitrag ist in fünf Minuten geschrieben und erspart Ihnen zwanzig gleiche Telefonate am Tag.
Fragen und Antworten direkt im Eintrag
Eine Funktion, die gerade ebenfalls an Bedeutung gewinnt: Im Eintrag können Nutzer öffentlich Fragen stellen, und jeder kann antworten. Auch fremde Nutzer. Wenn Sie diese Fragen nicht selbst beantworten, tut es irgendwann jemand anderes, und nicht immer richtig.
Gerade jetzt sammeln sich dort genau die Fragen, die alle beschäftigen: Habt ihr offen, kann ich abholen, braucht es einen Termin. Einmal pro Woche reinschauen und knapp antworten kostet zehn Minuten und verhindert falsche Auskünfte unter Ihrem Firmennamen. Praktischer Nebeneffekt: Häufige Fragen können Sie samt Antwort selbst eintragen, dann steht die Information da, bevor jemand fragen muss.
Bewertungen in einer besonderen Zeit
Zwei Dinge fallen gerade auf. Erstens bewerten Menschen aktuell mehr als sonst, im Guten wie im Schlechten. Wer jetzt gut erreichbar ist und sauber kommuniziert, sammelt Bewertungen, die bleiben. Zweitens hat Google die Bewertungsfunktion zwischenzeitlich eingeschränkt und veröffentlicht manche Rezensionen verzögert. Wundern Sie sich also nicht, wenn eine Bewertung erst nach Tagen erscheint.
Unsere Empfehlung bleibt dieselbe wie vor der Krise: aktiv, aber ehrlich um Bewertungen bitten, auf jede antworten, keine kaufen.
Was das für Betriebe hier in der Region heißt
Die Voreifel ist kein Ballungsraum. Viele Betriebe zwischen Meckenheim, Swisttal und Euskirchen leben von Stammkundschaft und Laufkundschaft aus dem direkten Umfeld. Genau diese Kundschaft sucht gerade von zu Hause aus, ob es Sie noch gibt und wie sie an Ihre Leistung kommt.
Der Eintrag bei Google ist damit im Moment wichtiger als die Website. Er kostet nichts, die Pflege dauert eine Stunde, und er entscheidet gerade täglich darüber, ob das Telefon klingelt.
Update 2026: Was aus alldem geworden ist
Dieser Artikel bleibt bewusst online, wir halten unsere Texte aktuell und ergänzen sie, statt sie zu löschen. Hier der Stand von heute.
Aus Google My Business ist inzwischen das Google Unternehmensprofil geworden, verwaltet wird es direkt in der Suche statt in einer eigenen Oberfläche. Die Corona-Funktionen sind wieder verschwunden: Der Covid-Beitragstyp ist eingestellt, die Sonderhinweise sind weg. Geblieben sind die Attribute für Abholung und Lieferung, und geblieben ist vor allem die Lehre aus dieser Zeit: Der Google-Eintrag ist für lokale Betriebe das wichtigste Schaufenster, nicht die Website.
Was sich nicht geändert hat: Sonderöffnungszeiten statt überschriebener Regelzeiten, Vorsicht bei "dauerhaft geschlossen", ehrlicher Umgang mit Bewertungen. Wie eine saubere Profilpflege heute aussieht, steht auf unserer Seite zum Google Unternehmensprofil, die häufigsten Fehler haben wir in einem eigenen Beitrag gesammelt.
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