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Page Experience Update: Was sich 2021 bei Google ändert

Oliver Misch

Oliver Misch · · Lesezeit etwa 4 Minuten

Seit Mitte Juni rollt Google das lange angekündigte Page Experience Update aus, bis Ende August soll es vollständig aktiv sein. Der Kern: Die sogenannten Core Web Vitals, drei Messwerte für Ladeverhalten, Reaktionszeit und visuelle Stabilität einer Seite, fließen ab jetzt ins Ranking ein.

Kaum ein Update wurde so lange vorher angekündigt, und entsprechend viel wird gerade damit verkauft. Betriebe aus der Region zeigen uns Mails, in denen von dringendem Handlungsbedarf die Rede ist, weil die Website sonst abstürze. Zeit für eine nüchterne Einordnung.

Was die drei Werte messen

Largest Contentful Paint misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element geladen ist. Unter 2,5 Sekunden gilt als gut. First Input Delay misst, wie schnell die Seite auf die erste Eingabe reagiert, also den ersten Klick oder Tipp. Cumulative Layout Shift misst, ob Inhalte beim Laden springen, dieses ärgerliche Verrutschen, wenn man gerade auf einen Link tippen will.

Alle drei beschreiben Dinge, die Besucher tatsächlich stören. Das ist das Sympathische an diesem Update: Es belohnt zum ersten Mal ausdrücklich das, was ohnehin im Interesse jedes Seitenbetreibers liegt.

Wie stark wirkt das wirklich

Deutlich schwächer, als die Aufregung vermuten lässt. Google selbst hat mehrfach erklärt, dass die Seitenerfahrung ein Faktor unter vielen ist und dass guter Inhalt weiterhin schwerer wiegt. Eine langsame Seite mit der besten Antwort schlägt eine schnelle Seite mit dünnem Text.

Dazu kommt, dass Google die Umstellung ausdrücklich als sanft beschreibt und schlechte Werte nicht bestraft, sondern gute leicht belohnt. Es gibt keinen Stichtag, an dem eine Seite fällt.

Realistisch ist das Update ein Zünglein an der Waage: Wenn zwei Seiten inhaltlich gleichauf liegen, gewinnt die angenehmere. Für hart umkämpfte Suchbegriffe in Bonn kann das den Unterschied machen. Für einen Handwerksbetrieb in Swisttal, der gegen vier Wettbewerber antritt, entscheidet weiterhin der Inhalt.

Was Sie jetzt sinnvoll tun

Die gute Nachricht: Die häufigsten Probleme sind banal und günstig zu beheben.

Bilder sind der größte Hebel. Fotos, die in voller Kameraauflösung hochgeladen wurden, machen Seiten schwer und drücken den Ladewert. Verkleinern, modern komprimieren, feste Größenangaben in den Quelltext, damit nichts springt. Das behebt oft zwei der drei Werte auf einmal.

Danach das Hosting. Wer bei einem sehr günstigen Massenanbieter liegt, hat oft eine Grundreaktionszeit, die sich vorne nicht ausgleichen lässt.

Und für alle mit WordPress: Plug-ins aufräumen. Über Jahre gewachsene Installationen schleppen regelmäßig Erweiterungen mit, die niemand mehr braucht und die sich gegenseitig behindern.

Ein Punkt speziell für unsere Gegend: Die Mobilfunkabdeckung zwischen Meckenheim, der Voreifel und dem Kreis Euskirchen ist stellenweise dünn. Was im Büro schnell lädt, braucht auf der Landstraße das Dreifache. Ladezeit ist hier weniger eine Ranking-Frage als eine Frage, ob der Anrufer durchkommt, bevor er aufgibt.

Wie Sie Ihre eigenen Werte nachsehen

Sie brauchen dafür niemanden zu beauftragen. Die Google Search Console zeigt unter dem Punkt zur Nutzerfreundlichkeit, wie Ihre Seiten auf Basis echter Besucherdaten abschneiden, aufgeteilt nach Mobil und Desktop. Das sind die Daten, die für das Update zählen, nicht der Laborwert eines Testwerkzeugs.

Wichtig bei kleinen Websites: Wenn zu wenige Besucher da sind, zeigt die Search Console schlicht nichts an. Das ist kein Fehler, sondern bedeutet, dass Google für Ihre Seite gar keine belastbaren Felddaten hat. In dem Fall wirkt das Update bei Ihnen praktisch nicht, und genau dann ist jede alarmierende Mail dazu besonders unseriös.

Woran Sie Panikmache erkennen

Drei Warnsignale. Erstens: Jemand zeigt Ihnen einen roten Laborwert aus einem Testwerkzeug und leitet daraus einen Notfall ab, ohne die Felddaten echter Besucher anzusehen. Zweitens: Ihnen wird ein kompletter Neubau der Website empfohlen, bevor irgendjemand die Bilder angefasst hat. Drittens: Es wird mit Rankingverlusten gedroht, die ab einem Stichtag eintreten. So funktioniert das Update nicht, es rollt graduell aus und wirkt graduell.

Update 2025: Was aus dem Update geworden ist

Wir pflegen unsere Artikel weiter, statt sie verstauben zu lassen. Deshalb hier, was aus der Aufregung von 2021 geworden ist.

Die Einschätzung von damals hat sich bestätigt: Das Page Experience Update war kein Erdbeben. Seiten mit gutem Inhalt und mäßigen Werten sind nicht abgestürzt, und der Faktor wirkt bis heute als Feinjustierung, nicht als Hauptkriterium.

Eine wichtige Änderung gab es bei den Messwerten selbst: Der First Input Delay wurde im März 2024 durch den INP ersetzt, der die Reaktionszeit über die gesamte Nutzung misst statt nur beim ersten Kontakt. Wer heute wissen will, was die drei Werte bedeuten und wann sie wirklich zählen, findet den aktuellen Stand in unserem Beitrag zu den Core Web Vitals. Die praktischen Empfehlungen von oben gelten unverändert, allen voran die Bilder. Was wir technisch konkret prüfen, steht unter Technisches SEO.

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